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Workation im Winter-Chalet: Wenn Gemütlichkeit auf Fokus trifft

Autor: Nicole Thurn
Datum: 15.02.2024
Lesezeit: 
3 Minuten

Arbeiten mit Entspannung: das geht auch im winterlichen Österreich. Im INNsHolz Chalet-Dorf lässt es sich gleichzeitig entspannen und auf das Buchprojekt fokussieren.

Ich betrete die Stube. Durchatmen. Von draußen dringen Sonnenstrahlen durch die kleinen Fenster in der urigen Stube. Der Schnee draußen glitzert im Sonnenlicht. Ich lasse den Blick durch das Chalet wandern. Ein gemütlicher Holztisch, ein Sofa, weiter drüben vor der privaten Sauna ein Ohrensessel gegenüber der offenstehenden Badewanne. Vor dem Stiegenaufgang ein Kamin. Ich atme durch. Hier lasse ich mich nieder, um an meinem Buch zu schreiben.

Ich habe kurz vor Weihnachten die Großstadt Wien hinter mir gelassen, um in der Stille anzukommen. Gelandet bin ich am Ulrichsberg im Mühlviertel im luxuriös-beschaulichen Chaletdorf INNsHOLZ. Im Gepäck habe ich meinen Laptop, ein paar Sachbücher und die Intention, mit meinem ersten Buchkapitel in den Schreibfluss zu kommen.

Fotos: © INNsHOLZ; Privat

Workations sind seit der Corona-Pandemie zum Thema geworden. In einer ADAC-Studie aus dem Vorjahr waren für 31 Prozent der befragten Berufstätigen Workations grundsätzlich möglich. Von diesen waren zwei Drittel an Workations interessiert, allerdings hatten nur neun Prozent in ihrem Unternehmen bereits die Möglichkeit dazu. Eine im März 2023 veröffentlichte Umfrage der Unternehmensberatung PwC unter 1000 deutschen Arbeitnehmer*innen zeigt: 36 Prozent gaben an, dass ihr Arbeitgeber Workations innerhalb der EU ermöglicht. Die Mischung aus Arbeit und Urlaub macht auch Arbeitgeber deutlich attraktiver: Für 81 Prozent der Unter-40-Jährigen ist ein Workation-Angebot bei der Jobwahl ein wichtiges Kriterium.

Als Selbstständige muss ich niemanden um Erlaubnis fragen (das tun übrigens auch so manche Angestellte nicht). Das hier ist nicht meine erste, aber es ist meine erste in der winterlichen Heimat. Ich habe mich bewusst einmal gegen Sonne und Meer entschieden, um die Ruhe des Winters auf mich wirken zu lassen.

Später wird mir die Rezeptionistin des Hotels und Chaletdorfs im Auto - sie bringt mich zum Bahnhof – erklären, dass ich bei INNsHOLZ keine Rarität bin. Nach ihrer Schätzung mieten etwa 40 Prozent der Gäste bereits ein Chalet, um in Ruhe zu arbeiten – eine klare Steigerung seit der Corona-Pandemie.

Ankommen und Runterkommen Im Kühlschrank wartet eine zünftige „Brettljausn“ mit Speck auf mich. Nach der ersten Stärkung und einem Espresso beschließe ich, eine Runde in der Wintersonne zu spazieren. Der glitzernde Schnee liegt dick über den Wiesen und Baumwipfeln, ich atme die glasklare Luft und gehe den Weg durch das Chaletdorf, vorbei an der Langlaufloipe mit den vorbeigleitenden Läufern. Ankommen.

Ein Spaziergang in der Natur wirkt Wunder für gestresste Großstadt-Gehirne. Er verbessert nicht nur das Herz-Kreislaufsystem und senkt den Cortisol-Spiegel und entstresst somit, sondern steigert auch unsere Konzentrationsfähigkeit, was die Informationsverarbeitung und das Dranbleiben an einer Aufgabe bewirkt. Das zeigen Studien wie jene von David L. Strayer und Amy S. McDonnell. Tatsache ist: nicht immer hat man im Stadtgebiet einen Park um die Ecke – oder fährt während der Arbeitszeit für die Spazierpause in den Wald. Daher finde ich Workations ideal, um Fokusarbeit zu verrichten - und in der Natur zu entspannen.

Nach dem Spaziergang mache ich mich an die Arbeit und fühle mich irgendwie befreit. Ich gewöhne mich rasch an das urige Ambiente. Erste Gedanken fließen in Textstücken ins Word-Dokument. Ich bin auch hierher gekommen, um meinem ADHS-Hirn zu beruhigen. Mich einmal nur auf diese eine Sache zu fokussieren, was bedeutet: ich bin nicht erreichbar für anderweitige Dinge, Aufträge oder Kund*innen. Was für eine Erleichterung. Nur diese eine Sache, meine Bücher, meine Gedanken und das leere Blatt Papier. Vom Smartphone lasse ich die Finger – im Home Office fällt mir das deutlich schwerer.

Zwei Stunden später bin ich mit meinem bisherigen Tagwerk zufrieden und beschließe, das zwei Minuten entfernte Wellness-Spa im zum Chaletdorf gehörenden Luxus-Vitalhotel aufzusuchen. Auf 300 Quadratmetern erstreckt sich der neue Spa-Bereich mit modernem Ruheraum samt Lounge-Betten, von der geräumigen Bio-Heusauna mit Glasfront blickt man auf den Böhmerwald und auf die Langläufer (die hoffentlich nicht auf mich blicken). Es gibt finnische Saunen, eine Kräutersauna und ein Dampfbad. Angeschlossen an das Hotel bietet der Textilbereich ein Hallenbad samt Ruheraum und Textilsauna. Die Wellness-Behandlungen mit ayurvedischem Stirnölguss, Ägyptos Vitalwickel oder die hawaiianische Massage Lomi Lomi Nui klingen verlockend, lasse ich aus Zeitgründen aber aus. Ich genieße die Auszeit und lese in meinem eBook-Reader. Zweieinhalb Stunden später bin ich entspannt wieder zurück im Chalet und nutze die Zeit, um noch einen Schreibanlauf zu nehmen. Dann probiere ich die private Sauna aus – ein Traum. Abends erwartet mich ein Viergänge-Dinner im Restaurant des Hotels: die Portionen wirken größenmäßig überschaubar, sind aber nicht nur ein Augenschmaus, sondern eine echte Gaumenfreude. Mehr als gesättigt trete ich in die Nachtluft hinaus. Nach dem Abendspaziergang gönne ich mir noch ein heißes Bad in der freistehenden Badewanne.

Die Tage verfliegen, ich wechsle Erholungsphasen mit Deep-Work-Phasen im Lesen und Schreiben ab. Am vierten Tag - ich habe den für mich perfekten Arbeits- und Erholungsflow gefunden - winkt leider die Abreise. Trotz meiner selbst gewählten Isolation wäre ich gern noch geblieben und habe das Gefühl: wenn es so weiterginge, wäre ich in zwei Wochen mit dem halben Buch fertig.

Disclaimer: Mein Aufenthalt im Chaletdorf wurde mir von INNsHOLZ im Rahmen einer Pressereise kostenlos ermöglicht.

Du möchtest auch im Chalet Arbeit und Urlaub verbinden? Hier geht's zur INNsHOLZ-Webseite!

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Beitrag von Nicole Thurn

ist Herausgeberin von Newworkstories.com, New-Work-Enthusiastin und langjährige Journalistin mit einem kritischen Blick auf die neue Arbeitswelt.

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