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Karisma Festival: Die Kunst von New Work in Corporates

Kategorie:
Autor: Nicole Thurn
Datum: 21.04.2022
Lesezeit: 
4 Minuten

Das 22butterfly Corporate Karisma Festival landet am 12. und 13. Mai im Posthof Linz. Mit dabei: Inspiration aus Kunst, Kultur, Persönlichkeits- und Organisationsentwicklung. Ernst Demmel erzählt im Interview, warum Unternehmenskulturen mehr Kunst und Seele brauchen.

Vorlaut. Nachdenklich. Humanistisch. Und kreativ-kunterbunt: Das 22butterfly Corporate Karisma Festival  am 12. und 13. Mai im Posthof Linz ist ganz schön anders als andere HR-Konferenzen. Auf der Bühne wird über die Jungen geredet werden und über die Kunst und kreative Schöpfungen, über  den Sinn und die Radikalität des Seins, über die Macht der Beziehungen, der guten Kommunikation und über den Tod, wodurch  wir das Leben erst bewusster gestalten. Initiiert wird das Festival von Ernst Demmel,  Herausgeber des Blogs  cucocu.com – curating corporate culture, der Kunst, Kreativität und New Work zusammenbringt und Co-Gründer der Fabrikanten, die künstlerisch Unternehmenskulturen aufwirbeln.

Die Teilnehmenden erwartet ein Potpourri an Inspirationen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie wir Sinn, Beziehungen und Kommunikation in Corporates gestalten können - vor allem auch in Hinblick auf New Work:

 "Generationen-Erklärerin" Steffi Burkhart erkundet in ihrer Keynote "The Millenials Soul to Work" und das, was die Jungen wirklich wollen, Business-Romantiker Tim Leberecht taucht mit uns in die Welt des digitalen Humanismus ein, Serial Social Entrepreneur Georg Tarne (Soulbottles) zeigt, wie wir eine authentische Konfliktkultur etablieren,  Ebenso mit dabei:  die Radikalen Töchter,  die mit ihrer Aktionskunst selbstmotiviertes Handeln in Unternehmen triggern, das Trauerbegleitungs-Duo Death Positiv, "Purpose"-Expertin Franziska Fink und "Impact"-Expertin Doris Rothauer, die "StoryDealer" und Beyond-Storyteller Wolfgang Tonninger - und viele spannende Impulsgeber:innen mehr!

Karisma-Initiator Ernst Demmel erklärt im Wordrap unten, warum das Karisma Festival anders ist  - New Work Stories wird vor Ort sein und berichten!

Tickets  gibt es hier!

New Work Stories: Ihr wollt mit dem Karisma Festival die neue Arbeitswelt in den Corporates thematisieren. Was ist beim Karisma Festival anders als auf anderen HR-Konferenzen?

Ernst Demmel: Wir versuchen, den Blick auf Unternehmenskultur zu verganzheitlichen, also verschiedenste Einflüsse und Zugänge, auch aus Sicht gesellschaftlicher Verantwortung, Organisationsentwicklung, Kommunikation, Design und Kunst zu beleuchten.

Wofür steht „Karisma“?

Karisma mit "K", wie wir es schreiben, stellen wir für die Strahlkraft eines Unternehmens oder einer Organisation nach innen wie außen: Appeal durch Haltung und bewusst gelebte Kultur.

Was hat den Anstoß gegeben, noch ein HR-Event in die Welt zu setzen? 

Auslöser, erst eine Convention und später ein Festival zu organisieren war der Umstand, dass uns die klassischen HR-Events sehr einseitig erschienen: sie behandeln zwar Corporate Culture als Thema, aber fast ausschließlich mit einem sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Background. Das ist nicht falsch, aber eben auch nur ein Aspekt. Kultur ist vielschichtiger. Und dass ausgerechnet Kulturarbeiter:innen, Kreative, Künstler:innen, also Menschen, die in ihren Initiativen, Projekten und Werken Kultur "produzieren", dabei nicht zu Wort kommen, erschien uns unlogisch. Warum sollte etwas, was für die Gesellschaft von Wert ist, für Teilsysteme der Gesellschaft – und Organisationen sind ja nichts anderes – nicht von Wert sein? So viele "Corporate Culture"-Events gibt es übrigens gar nicht – vor allem auch keine, die zum Beispiel die Frage stellen, wie künstlerische Strategien für Unternehmen und Organisationen in Wert gesetzt werden können. 

Welchen Mehrwert können künstlerische Strategien für Unternehmen denn schaffen?

Das Besondere ist der ergebnisoffene Zugang. Wirtschaftliche Prozesse – dazu gehören auch Kreativleistungen – zielen sehr klar auf Ergebnisse ab. Künstlerische Zugänge sind häufig viel experimenteller, empathischer, intuitiver: Herantasten, Hineinfühlen, Umkreisen, Spielen, Verwerfen gehören dazu. Das bringt Qualitäten ein, die sonst schnell zu kurz kommen. Allerdings weiß man halt anfangs nicht, was am Ende wirklich rauskommt. Das Interessante daran ist: Der/die Unternehmer:in und der/die Künstler:in, wenn man das so verallgemeinern kann, sind einander in vieler Hinsicht sehr ähnlich.

Ihr setzt auf die Themenblöcke Purpose, Soul, Story & Art: wie sieht das konkret aus? Warum brauchen wir mehr Soul, Geschichten und Kunst in der Arbeitswelt?

Wirtschaftsbetriebe haben ihre Mechaniken extrem effizienz- und effektivitätsoptimiert. Automatisierung, Digitalisierung, Performance-Orientierung. Das bringt der Wettbewerb mit sich. Was tut diese oder jene Maßnahme für den Cash-Flow, den Marktanteil oder den Aktienkurs? Aus unserer Sicht bleiben dabei gerade diese Qualitäten auf der Strecke, die etwa in die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung oder die Innovationskraft von Unternehmen einzahlen – aber auch in die Arbeitszufriedenheit und Selbstständigkeit von Mitarbeiter:innen.

Kreativität und Kunst nehmen in deinem Leben einen großen Stellenwert ein. Wie können Unternehmen Kreativität bei den Mitarbeiter:innen und in der Zusammenarbeit fördern?

Eigentlich sehr einfach: durch Sinn, Verantwortung sowie Spiel- und Freiräume auf allen Ebenen. Wer ständig unter Erfolgsdruck steht oder Gefahr läuft, für eigenständige Entscheidungen oder neue Ideen, die mitunter schiefgehen, sanktioniert zu werden, wird sich sehr schnell anpassen und jedes aus-dem-Fenster-Lehnen abstellen. Unternehmerisches Denken und das Vermeiden von Risiko schließen sich weitgehend aus. Ist allerdings nur die Führung eines Betriebs kreativ, bekommt sie die PS nicht auf die Straße. Wobei man sich schon bewusst sein muss: Nicht alle Mitarbeiter:innen sind scharf auf Verantwortung und Kreativität. Manche lieben Dienst nach Vorschrift – vor allem, weil sie gelernt haben, dass dies für sie Sicherheit bedeutet.

Oft wird über die Jungen geredet – ihr bindet sie in einer Kooperation mit der Vereinigung CEOs for Future ein. Wie macht ihr das? 

Das Projekt #futurebfly lädt Lehrlinge ein, im Zuge eines Workshops mit Wolfgang Lehner Verantwortung und Nachhaltigkeit in ihren Unternehmen fotografisch zu reflektieren. Ausgewählte Ergebnisse zeigen wir bei #22butterfly – hier nur einem Fachpublikum. Die Bilder werden aber auch auf Instagram und bei einem geplanten Lehrlingstag in der Hofburg zu sehen sein. Dort sind sie dann für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich.

Drei Dinge, die auf dem Festival unbedingt dabei sein müssen?

Die Bereitschaft, sich inspirieren zu lassen. Die Bereitschaft, auf andere zuzugehen. Die Bereitschaft, Widersprüchliches auszuhalten.

Drei „Dinge", die ihr den TeilnehmerInnen unbedingt mitgeben wollt:

Erstens die Erkenntnis: Kultur findet nicht durch Mission Statements auf Powerpoint-Folien statt, sondern, indem man sie lebt; anlegt wie einen bunten Garten: Grob plant, mit Freude pflegt - aber dann auch überraschend und in ihrer natürlichen Schönheit wachsen lässt.

Zweitens: Sinn, Verantwortung und die Möglichkeit zu gestalten sind die Schlüssel zu mehr Commitment, Motivation und Innovation.

Drittens: Wirtschaft soll für Wohlstand sorgen; sie dient der Gesellschaft, den Menschen, dem Planeten ... nicht umgekehrt. Unternehmer:innen, die das verstehen, gehört die Zukunft.

Der Artikel entstand im Rahmen einer Medienkooperation.

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Beitrag von Nicole Thurn

ist Herausgeberin von Newworkstories.com, New-Work-Enthusiastin und langjährige Journalistin mit einem kritischen Blick auf die neue Arbeitswelt.

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